Wie sich eine HYPOMANIE anfühlt…

Im Moment bin ich ganz gefangen von der Netzwelt. Ich befinde mich grade in einer Hypomanie. Es fühlt sich SEHR GUT an. Und doch rechne ich jeden Tag damit, zu kippen, wohin weiß ich nicht, entweder Manie oder Depression. Noch schaffe ich es, dass ich die Medikamente nehme, aber ich denke jeden Tag darüber nach, ob ich sie wirklich brauche. Die Erfahrung sagt mir aber noch, dass ich sie brauche. Ich schlafe noch gerade genug um mich zu erholen. Tagsüber bin ich so zappelig, dass ich Mühe habe mich im Griff zu haben. Meine Ideen sind so viele, dass es in meinem Gehirn alle halbe Stunde crasht. Dann muss ich mich zurücklehnen und eine Pause machen, um den Hirncrash wieder in Ordnung zu bringen. Was mir dann sehr schwer gelingt, oder auch nicht. Ich schaffe es momentan nicht, mich auf eine Sache zu konzentrieren – ich mache drei bis fünf Sachen gleichzeitig. Der einzige Vorteil ist, dass sich alles am Computer und in der Netzwelt abspielt. Ich baue grade meine Homepage auf, bin dann schnell mal auf Twitter um neue Follower zu begrüßen, im nächsten Moment entdecke ich eine Site mit einem interessanten Artikel über die bipolare Störung und muss ihn schnell mal übersetzen vom Englischen ins Deutsche. Dann wartet wieder die Facebook-Site auf Aktualisierung und der Haushalt sollte eigentlich auch gemacht werden. Schnell mache ich zwischendurch die Küche sauber, werfe noch schmutzige Wäsche in die Waschmaschine um nur ja wieder schnell in der Netzwelt zu landen. Dass das Badezimmer geputzt werden sollte und das Wohnzimmer ebenso und die Bügelwäsche schon seit zwei Wochen wartet, blende ich aus. Und da braucht man ja auch was zu Essen zwischendurch. Zwischendurch ein paar Liebesbezeugungen für Hannes, meinen Mann und dann geht die Achterbahnfahrt wieder weiter im sozialen Netzwerk. Ja und da wäre noch tumblr und instagram und google+… Nebenbei läuft der Fernseher, der zwischendurch auch meine Aufmerksamkeit fordert, vor allem, wenn mein Mann zu einem Film Kommentare abgibt, die ich dann auch kommentiere. Die Minuten, Stunden und sogar Tage verfliegen, als wäre ich mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs. Ich komme gerade noch zum atmen. Und ja, meine neue Handy-App sagt mir jede Stunde, dass ich was trinken soll, ansonsten würde ich darauf komplett vergessen. Und dann gibt’s ja auch noch E-Mails, die durchzusehen und zu beantworten sind. Pffft … Crash … PAUSE!! … 

© Maria Fasching, am 23. August 2016

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