ABTAUCHEN … mit Hubert von Goisern … So weit, weit weg von mir…

Bin grade durch Petra Ulbrich’s Beitrag auf ihrem Blog Voller Worte auf das Lied von Hubert von Goisern gestoßen worden „So weit, weit weg von mir“ … ich klicke auf den Link und komme auf YouToube. … Und … nach dem Klick kann ich plötzlich nicht mehr genug kriegen von den wunderschönen Tönen die da kamen. Schon zum zehnten Mal drücke ich auf Wiederholung… und ich habe nicht vor, das zu beenden. Es ist grade mal 1.20 Uhr und mein Schlafpensum ist schon wieder einmal erfüllt. Aber … ich liebe diese „einsamen“ Nachtstunden, wo die Worte auf dem Bildschirm und Gefühle in meinem Inneren fließen. Unbeschreiblich, was so eine Musik und so ein Song auslösen können. Sechseinhalb Minuten eintauchen in pures Lebensgefühl und Glückseligkeit.

Kalt und heiß läuft es mir plötzlich über den Rücken. Längst vergangene Zeiten kommen mir in Erinnerung. Erinnerung an Jugendtage, in denen ich noch ganz unbedarft, unvoreingenommen und voller Neugierde auf Musik zuging… und mich dann so richtig soulen konnte in eindrucksvollen Tonreihen, die ich immer und immer wieder hörte. Maximales Lebensgefühl konnte ich damals erreichen. Da war nichts zwischen mir und der Musik, einfach nur Genuss und Leidenschaft. Wir hatten eine eigene Hausmusik … damals. Mit einem ehemaligen Rockmusiker musizierten wir manche Sonntage was das Zeug hielt. Wir spielten mit der Musik und den Tönen. Ich auf meiner Zither mit Verstärker, mein Vater mit seiner Gitarre und unser Freund auf seiner E-Gitarre. Da fetzten wir so richtig ab. Und … wir haben uns die Seele aus dem Leib gesungen. Unser Partner mit der E-Gitarre wohnte damals in einem kleinen Haus in einem kleinen Tal. Wir bauten unsere Musikinstrumente vor dem Haus auf und begannen zu spielen. In diesem kleinen Tal gab‘s ein Echo, das man mit elektronischen Mitteln überdimensional verstärken konnte. Und wir hatten die Geräte dazu. Hubert von Goisern gab es damals noch nicht, aber ähnliches versetzte uns ebenfalls in eine Welt voller Begeisterung und Glück. Wir spielten die Tonleitern rauf und runter, dass uns Hören und Sehen verging. Und das Echo im Tal erzeugte wohlige Schauer auf meinem Rücken. Eine intensive Lebenszeit war das damals.

Was war da passiert in den letzten zwanzig Jahren?

Es gab einen Tag, ab dem ich keine Musik mehr hören konnte, da das zu viel an Gefühlen auslöste. Das ging über die letzten zwanzig Jahre so. Trotz der langen Zeit, die schon vorbei geflossen ist und trotz der vielen Therapien kommen mir jetzt die Tränen. Trauer überwältigt mich. Ich habe irgendwann meine Unbedarftheit und Unschuldigkeit im Musikgenuss verloren. Das, was weit, weit weg war ist plötzlich da.

Ich will diese Unschuldigkeit und Unbedarftheit wieder haben!

Bis jetzt habe ich diesen Zugang zur Musik, den ich damals hatte, noch nicht gefunden … ist vielleicht jetzt der Zeitpunkt? Ich will diese Losgelöstheit von damals wieder erleben und genießen können, mit der Musik, vor allem auch mit der Musik, die ich damals hörte, ohne dass sich meine inneren Gefühle überschlagen und mich in Trauer über längst vergangene Zeiten bringen.

Und heute … jetzt im Moment?

Pha, ich fühle wie meine damaligen Gefühle wieder kommen und dem Weinen weicht ein unbeschreibliches Glücksgefühl. Ich komme in das jetzt. Ich sitze hier, schreibe mir meine Eindrücke von der Seele, die Musik im Ohr… Ich muss mal tief durchatmen … und langsam löst sich etwas in meinem Inneren. Ganz langsam. Ich erinnere mich mehr an die schönen Eindrücke damals als an das, dass das alles damals so scharf geendet hatte. Ich schaffe es plötzlich all das bereits vergangene Negative das folgte, auszublenden und ich schaffe es, mich wieder zu Erfreuen an einem derartigen Hör-Kunstwerk.

Dankbarkeit durchfließt meine Adern. Danke für so eine Art Musik Hubert von Goisern und Danke für den Hinweis darauf liebe Petra Ulbrich… für mich ein Neuanfang.

… Der Morgen klopft schon an … war das eine Nacht… Werde heute den Tag wieder ganz neu beginnen. Werde mich wieder mit der Musik aussöhnen, der Anfang ist gemacht.

© Bild und Text Maria Fasching

6 Gedanken zu “ABTAUCHEN … mit Hubert von Goisern … So weit, weit weg von mir…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.