Der schwarze Schatten

Langsam setze ich einen Schritt vor den anderen. Langsam. Ich will den Augenblick spüren. Dazu muss mein Inneres verlangsamt werden. Ich versuche durch langsame Bewegungen diese Langsamkeit auch nach innen zu verlagern und … es gelingt … Schritt für Schritt mehr.

Still ist es hier draußen in der kühlen Herbstnatur. Diese Stille legt sich nach und nach über meinen Körper. Behutsam spüre ich den Boden unter meinen Füssen. Meine Sommerschuhe lassen mich die Unebenheiten des Bodens fühlen. Mein Geist kommt zur Ruhe. Meine Augen wandern suchend über das braungelbe Laub am Boden. Die Farben die ich aufnehme dringen tief in meine Gehirnzellen ein und wirken ausgleichend auf meine unruhigen Nervenbahnen. Diese Beruhigung fördert meine Wachheit und Aufmerksamkeit.

Ich suche weiter. Kein Laut dringt an mein Ohr. Sogar der Wind hält still. Über meine Augen nehme ich eine leise Bewegung wahr. Ein schwarzer Schatten links vom Baum. Eine Saatkrähe pickt friedlich Nahrung vom Boden auf. Sie wendet sich hierhin und dorthin. Meine Kamera in meiner Hand, versuche ich diesen Moment einzufangen. Sie ist viel zu weit entfernt. Da … sie sieht in meine Richtung … habe ich mich zu viel bewegt? Fast regungslos beobachte ich sie. Sie wendet sich wieder ihrer Nahrungssuche zu. Langsam hebe ich meine Kamera und versuche das Bild mit ihr einzufangen. Ich liebe meine kleine Nikon aber heute hätte ich gerne eine Möglichkeit die Krähe heranzuzoomen.

Nein, ich werde mich mit diesen Bildern zufrieden geben, die jetzt entstehen. Ich knipse und knipse und knipse… kraehe1  da … sie fliegt fort … auf und davon.

Meine Starre löst sich langsam. Tiefe Freude überkommt mich, dass ich diesen Augenblick genießen durfte. Dankbar gehe ich weiter, Schritt für Schritt … bedächtig und langsam. Eine tiefe Ruhe hat mich erfasst. Ich bin glücklich.

© Bild und Text Maria Fasching

 

7 Gedanken zu “Der schwarze Schatten

  1. Deshalb liebe ich die Natur und die Fotografie! Sie fördern die Achtsamkeit, das Innehalten, den Flow, den Genuss des Lebens und Erlebens, denn nur im Moment können wir leben.Alles andere ist Vergangenheit und Zukunft 🙂
    LG Simone

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