Hallo du…

Hallo du … ja dich meine ich. Dich ganz in deinem Inneren drin. … Hörst du mich. Eben haben wir eine Zeit lang über alle möglichen Belanglosigkeiten des Lebens geredet. Und wir haben uns die letzten Wochen immer wieder getroffen.

Unsere Seelen sind einander begegnet, haben sich berührt. Vorsichtig haben wir uns einander genähert, einmal mehr mit Samtpfoten, dann wieder mit Elefantenfüssen. Beide haben wir uns umschlichen, dann wieder mit frontalem Angriff, um uns dann wieder zurückzunehmen und zu horchen und zu lauschen … was da ist … was neu ist und was schon bekannt ist.

Mit Spannung und unermüdlich haben wir uns umgarnt und uns gefreut über jede Neuentdeckung eines jeden inneren Teiles. Ein Versteckspiel, das anfangs angefacht hat zu neuen Ideen, das aber mit der Zeit sehr mühsam wurde.

Unermüdlich umkreisten wir uns, bis einer begann Schwäche zu zeigen und den Rückzug antrat.

Als Reaktion auf dein begonnenes Weichen werde ich traurig. … Gibst du niemals dein Inneres Preis, das was dich eigentlich ausmacht? Was ist los mit dir? …

 

© Maria Fasching

Mein sanfter Ruheort

Grade eben war ich noch in einer Stadt und befinde mich nun an meinem sanften Ruheort. Ich übe jeden Tag und beame mich dorthin, seit ich mir diesen Rückzugsort geschaffen habe … mit meiner Therapeutin … in der psychiatrischen Klinik, in der ich die letzten vierunddreißig Tage verbracht habe.

Ich liege auf einer flauschigen Decke. Ganz ausgestreckt liege ich da und habe die Augen geschlossen. Vom Wald her höre ich ein Rauschen der Blätter in den Bäumen. Aus dem Unterholz dringt ein Knacken an mein Ohr. Da ruft ein kleiner Vogel ganz keck dazwischen. Piep-piep! Weit aus der Ferne höre ich ein Klappern mit Milchkannen. Sicher melkt eine Bäuerin gerade ihre Kühe. Und eine Kuhglocke drängt sich noch in die Töne, die ich vernehme.

Ich mache die Augen auf und blicke in das unendliche Blau des Himmels, das von Sonnenschein trieft. „Mein sanfter Ruheort“ weiterlesen

Seelenfragment – Bedingungslose Liebe

Als sie den Wald entlang wanderte überkam es sie aus dem heiteren nichts. Die laute Stille hatte sie zum Nachdenken gebracht. Laut … weil die Vögel zwitscherten und der Wind die Blätter zum hörbaren Rauschen brachte.

Da war sie einfach da, einfach so, die bedingungslose Liebe. Sie konnte sie fühlen, weil sie alleine war. Zuerst war es Sehnsucht nach ihrem Liebsten, die sich ihrer bemächtigte. Je weiter sie wanderte, desto mehr wurde diese. Nach dem Objekt ihrer Liebe zu dürsten entwickelte sich weiter zu einem inneren Orkan an vorstellbaren wechselseitigen Liebesbezeugungen die aus der Erinnerung auftauchten.

Im Laufe der Ehe hatte er sie immer mehr mit Worten liebkost. Sogar, wenn sie aufgebracht war, hat er sie „Seelenfragment – Bedingungslose Liebe“ weiterlesen