Im Schneckenhaus

Nun bin ich endlich angelangt … im Inneren meines Schneckenhauses. Ich habe meine Fühler eingefahren und meine Augen versteckt. Ein bisschen Ballast musste ich abwerfen, um dahin zu gelangen. Zu sehr war ich noch abgelenkt von außen. Die Ursache dafür war, dass meine Aufmerksamkeit immer wieder nach draußen schweifte. Trotz des Rückzugs aber stülpe ich manchmal meine Augen nach außen um zu sehen, wo ich hingleite und ich bin mir der silbernen, im Mondlicht glitzernden Spur bewusst, die ich auf meinem Weg hinterlasse. Dieses Bild beschreibt puzzleblume so schön in ihrer Geschichte „Künstler der Langsamkeit“.

Still ist es geworden um mich herum … weil ich alles aussperre und abblocke, was nicht mehr zu mir passt oder was sich nicht mehr gut anfühlt. Und es bleibt ganz wenig übrig.

Schön ist diese innere Ruhe. Auch die Verwirrung hat sich gelegt.

Ich bin am Ordnen und Abwägen und am Auswählen, was wichtig für mich ist. Endlich habe ich einen Fadenanfang gefunden. Ich habe mich in einem Schritt von meiner Vergangenheit verabschiedet und habe sie dann in einem zweiten Schritt losgelassen.

Die Folge davon war und ist ein umfassendes Reduzieren aller meiner Kontakte, Gedanken, Vorsätze, Meinungen und Glaubenssätze. Ein neues Weltbild erschließt sich mir nun in ungeahnter Größe und Prächtigkeit und Offenheit. Ich bin eine Lernende in diesem Kosmos und dankbar dafür sein zu dürfen. Alles einengende schüttle ich ab. Und dabei merke ich wie sehr ich immer wieder und viel zu lange in Sackgassen Wege suchte. Ich schließe viele Türen.

Ich „…genieße meinen Weg ganz langsam und male silberne Muster auf Blätter und Steine…“ so wie es puzzleblume in ihrer Schneckengeschichte beschreibt.

Siehst du es glitzern? … Nein? … Dann geh mal im Mondlicht spazieren und lass dich faszinieren von einer Schneckenspur. Vielleicht ist ja auch meine Spur dabei, die du bemerkst…

Ich wünsche dir für diesen Tag eine ebensolche Ruhe, wie ich sie empfinde.
Alles Liebe
Maria

© Bild und Text Maria Fasching

5 Gedanken zu “Im Schneckenhaus

  1. Liebe Maria,
    du hast mich auf so wundervolle Weise angesteckt mit deinem Silber-Hauch der Kraft der Langsamkeit und des Einfach-Seins – gerade JETZT… Und das tut soooo gut.
    Hab innigen Dank dafür.
    Herzlich mit einer unsichtbaren kleinen Silberspur, die ich hier in deine schöne Blog-Landschaft male, grüße ich dich
    Marina

  2. stefanselbst

    „…geh mal im Mondlicht spazieren und lass dich faszinieren von einer Schneckenspur. Vielleicht ist ja auch meine Spur dabei, die du bemerkst…“

    Hallo Maria,

    Immer wieder gern als ErdenGoldTaler+SternenGoldStaub+Mond&SonnenGold-Liebhaber…das ist unbezahlbarkeitslos unschätzbarkeitslos zauberhaft wunderschön bei leisem Raunen,Zischen,Sirren,Knacken,Rascheln etc. der Umgebung in innerer Stille, sollte sie sich bei mir wieder mal gern einstellen….

    herzlichen Gruß
    von stefanselbst

  3. Das gefällt mir sehr, dass meine Geschichte, die ich damals genauso aus dem Herzen und aus der Seele geschrieben habe, sich bei dir weiterentwickelt hat, auch wie du deinen Seelenzustand beschreibst, ist so anschaulich anrührend formuliert, dass selbst deine Häkelkunst ihren symbolischen Sinn und Platz darin angedeutet gefunden hat.
    Folge deinem Faden und male deine Spuren, liebe Maria, auf deine ganz eigene Weise.
    Liebe Grüße, Heide.

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