Dankbarkeit im Schneckenhaus – Brief an die Liebe

Meine liebe Liebe!

Aus meinem tiefen Herzen habe ich heute das Bedürfnis, dir zu schreiben. Schon lange ist es her, dass du in meinem Leben Einlass gefunden hast. Meine erste Begegnung mit dir spielte sich im nonverbalen Bereich ab. Du wurdest mir in meinen ersten Lebensminuten von meiner Mutti geschenkt. Ab diesem Zeitpunkt bist du zu einem Teil von mir geworden. Erst einmal habe ich dich unbewusst wahrgenommen. Es fühlte sich sehr gut an. Bedingungslos hast du dich mir täglich genähert.

Du kamst in Form eines am warmen Ofen gewärmten Jäckchens im kalten Winter zu mir. Im Sommer sorgten liebevolle Hände für einen wohltuenden Schatten auf meinem Kinderwagen. Und wenn ich an die Nachtstunden denke, in denen ich mich unruhig in meinem Bettchen wälzte, kamst du in Form von Licht und einem warmen Fläschchen mit Milch zu mir. Über Liebkosungen, beruhigenden Umarmungen und wärmespendenden Worten von Mutti durfte ich dich spüren. Du hast mir so ein tiefes Urvertrauen in mein kommendes bewusstes Leben geschenkt.

Du bist etwas ganz Kostbares. Das was du bist wirkt entwaffnend und ebnend. Eigentlich bist du etwas sehr Konstantes, das sich mir in unzähligen verschiedenen Facetten zeigte und zeigt. Ich kann dich neben dem Empfangen auch verschenken.

Manchmal gehst du sonderbare Wege. Dann wieder finde ich dich in aller Schlichtheit in einem herzensguten Lächeln oder einem warmen, mir zugewandten Blick wieder.

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