Bange Stunden…

Sie sitzt im Bett, die Beine verschränkt. Es ist halbdunkel im Schlafzimmer. Den Laptop hat sie vor sich aufgeschlagen auf einem kleinen Computer-Betttischchen. Licht gibt es nur von den drei Bildschirmen im Zimmer, von ihrem Laptop, von seinem iPad und vom Fernseher. Zwei Gesichter mit Brillen werfen das diffuse Licht der Bildschirme zurück.

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Gespräch mit meiner Seele

Maria:

Meine liebe Seele … heute … endlich ist die Stunde in der ich mich deiner wieder bewusst geworden bin. Ich bin ganz verstört über die Erkenntnis, dass ich dich habe so links liegen lassen in der letzten Zeit.

Kannst du mir verzeihen?

Du hast mir ja schon die ganze Zeit über Zeichen gegeben, dass ich mich mal wieder auf dich besinnen soll, aber … ich war blind dafür … ich habe die Zeichen wegen meiner Gedankenflut nicht wahrgenommen. Mein Blutdruck und mein Herz machen mir schon seit längerem zu schaffen, und ich nahm das zwar wahr, habe aber nicht gesehen, dass eigentlich du dahinter warst und bist, mir zu signalisieren, dass du Aufmerksamkeit brauchst. Und zwar von mir. Jetzt weiß ich, dass du mein Zuhören brauchst und dass du um Behutsamkeit im Umgang mit dir bittest.

Ja, ich habe dich jetzt vernommen und ich wende mich dir zu. Langsam und in aller Stille will ich dich nun hören und wahrnehmen.

Liebe Seele, wie geht es dir?

Seele:

Liebe Maria – ja ich kann nur sagen, endlich … endlich nimmst du mich wahr. Und ich bin sehr erleichtert darüber, und ich danke dir für deine Zuwendung zu mir. Ich möchte dir möglichst behutsam ein paar Dinge vermitteln, die ich als sehr wichtig erachte. Das alles, damit es dir wieder besser geht, weil mir schon einiges klar war und ist, was du noch nicht wahrnehmen konntest.

Liebe Maria, es schmerzt mich so, dich in letzter Zeit so traurig zu sehen und dich so kämpfen zu sehen. Ich habe gesehen, dass du wieder so ausgebrannt bist, wie du es schon einmal warst. Es tut mir so leid, dass du oft so ratlos bist und du dir deswegen auch so viele Vorwürfe machst. Ich habe auch deine zunehmende Kraftlosigkeit und deine körperlichen Beschwerden bemerkt.

Liebe Maria – ich weiß, dass du dir viele Gedanken machst über deine Mitmenschen und über deren Bedürfnisse und wie du für sie da sein kannst. Auch habe ich gesehen, dass du oft sehr enttäuscht wurdest. Ich habe bemerkt, dass in der letzten Zeit das echte Interesse der Menschen aneinander rapide abgenommen hat und du deswegen sehr traurig geworden bist. Leider ist es so, dass sehr viele Menschen mit viel zu kämpfen haben. Und dann weiß ich auch, dass dich einige grundlegende Lebensfragen beschäftigt haben in der letzten Zeit, die du gerne beantwortet gehabt hättest und geglaubt hast, Menschen in deinem Umfeld könnten dir dabei behilflich sein mit ihrer Erfahrung.

Nun … du hast gesehen, dass dir bei deinen jetzigen Fragen und Überlegungen niemand helfen kann. Du hast gesehen, dass du dir nur selber helfen kannst. Und zwar, indem du wenigstens vorübergehend einmal deine Aufmerksamkeit auf dein Inneres auf mich richtest. Du hast mich einfach komplett aus den Augen verloren. Auch ist es nicht notwendig, dass du dir so viel Druck auferlegst und es ist nicht notwendig nach allen echten und vermeintlichen Erwartungen von anderen Menschen in deinem Leben zu leben und diese zu erfüllen. Dies sollte nur deinen Liebsten vorbehalten bleiben und dann in einer Weise, wo du dich selber nicht aus den Augen verlierst und plötzlich deine Bedürfnisse nicht mehr wahrnimmst.

Ich weiß, dazu brauchst du Mut, weil du das nicht gewöhnt bist.

Aber ich weiß auch, dass ab heute ein neues Leben für dich beginnt, weil du jetzt bewusst Entscheidungen treffen kannst. Entscheidungen, die dir gut tun. Dies werden sehr weitreichende und tiefgehende Entscheidungen sein. Und ich weiß, wenn du nach diesen Entscheidungen lebst, wird es dir nach und nach besser gehen.

Diese Entscheidungen werden deine Ansicht über dich selbst betreffen und deine Erwartungen an dich selbst. Du erwartest zu viel von dir selbst. Da wirst du massiv ansetzen müssen. Dann werden deine Entscheidungen auch andere Menschen betreffen. Die meisten deiner Mitmenschen werden nicht mehr mit dir und deiner Aufmerksamkeit rechnen können. Deine Kraft reicht im Moment nur für dich selbst.

Gib dir Genesungszeit. Gibt dir Behutsamkeit mit dir selbst. Gibt dir Stille. Bleib stehen und nimm wahr. Sei achtsam mit dir und verliere die Aufmerksamkeit nicht.

Nimm mich wahr – ich bin da für dich um dir zu zeigen, was gut für dich ist und was nicht. Und nimm deine Liebsten an deiner Seite wahr – sie haben mehr Verständnis für dich, als du dir denkst.

Maria:

…..hmmmm…..

Meine liebe Seele, ich bin ganz betroffen von deinen Worten. Ja, ich habe dir genau zugehört. Und ich bin still geworden.

Ja, ich nehme mir Zeit für dich und ich werde dir noch weiter zuhören, denn ich vermute, du hast mir noch mehr zu sagen…

…..

Lieber Leser – vielen Dank für dein Interesse!
Deine
Maria

© Text und Bild Maria Fasching

Über das Empfinden von Freude

Es ist vier Uhr früh und ich erwache gerade aus einem tiefen Schlaf. Mein Schlafzimmerfenster ist gekippt und da höre ich ein erstaunliches Konzert an Vogelstimmen. Wohlige Freude macht sich in mir breit. Ich genieße die verschiedensten Tonarten, in denen da vor meinem Fenster gezwitschert wird.

Ich stehe auf und öffne das Fenster ganz, damit ich noch mehr von diesen vielen Tönen hören kann. Ganz verzückt über das bunte schallende Durcheinander sehe ich vor meinem Balkon einen Baum, über und über mit rosaroten Blümchen übersät. „Über das Empfinden von Freude“ weiterlesen

Mein sanfter Ruheort

Grade eben war ich noch in einer Stadt und befinde mich nun an meinem sanften Ruheort. Ich übe jeden Tag und beame mich dorthin, seit ich mir diesen Rückzugsort geschaffen habe … mit meiner Therapeutin … in der psychiatrischen Klinik, in der ich die letzten vierunddreißig Tage verbracht habe.

Ich liege auf einer flauschigen Decke. Ganz ausgestreckt liege ich da und habe die Augen geschlossen. Vom Wald her höre ich ein Rauschen der Blätter in den Bäumen. Aus dem Unterholz dringt ein Knacken an mein Ohr. Da ruft ein kleiner Vogel ganz keck dazwischen. Piep-piep! Weit aus der Ferne höre ich ein Klappern mit Milchkannen. Sicher melkt eine Bäuerin gerade ihre Kühe. Und eine Kuhglocke drängt sich noch in die Töne, die ich vernehme.

Ich mache die Augen auf und blicke in das unendliche Blau des Himmels, das von Sonnenschein trieft. „Mein sanfter Ruheort“ weiterlesen

Seelenfragment – Bedingungslose Liebe

Als sie den Wald entlang wanderte überkam es sie aus dem heiteren nichts. Die laute Stille hatte sie zum Nachdenken gebracht. Laut … weil die Vögel zwitscherten und der Wind die Blätter zum hörbaren Rauschen brachte.

Da war sie einfach da, einfach so, die bedingungslose Liebe. Sie konnte sie fühlen, weil sie alleine war. Zuerst war es Sehnsucht nach ihrem Liebsten, die sich ihrer bemächtigte. Je weiter sie wanderte, desto mehr wurde diese. Nach dem Objekt ihrer Liebe zu dürsten entwickelte sich weiter zu einem inneren Orkan an vorstellbaren wechselseitigen Liebesbezeugungen die aus der Erinnerung auftauchten.

Im Laufe der Ehe hatte er sie immer mehr mit Worten liebkost. Sogar, wenn sie aufgebracht war, hat er sie „Seelenfragment – Bedingungslose Liebe“ weiterlesen

Ein paar Worte über die Stille

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Jetzt… endlich… Stille… … ich höre das leise Summen meines Laptops. Hannes hat unseren Fernseher auf Kopfhörer umgeschaltet damit ich in Ruhe und Stille sein kann. Er ist sehr rücksichtsvoll. Wenn ich mich dafür bedanke, sagt er immer: „Ist doch selbstverständlich, Maus.“

Es dauert ein wenig, bis die Stille bei mir ankommt und in mich dringt. … Ich warte ein wenig. Ich merke, dass langsam auch mein Atmen ruhiger wird durch die Ruhe im Raum. Ich höre ein Pfeifen in meinen Ohren, das sich aber langsam wieder zurückzieht.

Die letzten Wochen klingen noch nach in meinem Inneren. Ich muss die Kapitel, die geöffnet wurden, erst wieder schließen um zur Ruhe zu gelangen.

Da ist das eine Kapitel das überaus mächtig war, „Ein paar Worte über die Stille“ weiterlesen

Wunderbarer Sonntagmorgen

dsc_0751Grau ist es draußen und regnerisch. Die Sonne versteckt sich hinter einer Wolkendecke. Erste Lichtstrahlen verirren sich durch die zugezogenen Jalousien in unser Schlafzimmer. Ich genieße das wohlig warme Gefühl im geschützten Bett zu sein und blinzle in mein Nachbarbett, wo mein Schatz noch tief schlummert. Ich liebe diese Minuten, wo ich schon wach bin und er noch schläft.

Eine Gelegenheit ihn wach zu küssen. Ich küsse ihn leise und sacht auf seine Stirn. Ruhig atmend schläft er weiter. Ich beobachte ihn und ein warmes Gefühl der Liebe durchströmt mich. Ich küsse ihn nochmals auf seine Stirn. Kühl ist sie. „Wunderbarer Sonntagmorgen“ weiterlesen