Neues aus dem Schneckenhaus

Endlich ein Gefühl der Ausgeglichenheit. Ruhe und Entspanntheit ist eingekehrt in meinen Körper. Nichts mehr zieht und zerrt an meinen Zellen. Schön geordnet tun sie ihre Arbeit. Dies geht aber nicht ohne Hilfen. Antidepressiva und Mood-Stabilizer brauche ich zur Zeit leider schon.

Komisch … all die negativen Gedanken der letzten Wochen sind verflogen. Sie haben sich in Luft aufgelöst. Dieser Wandel ist für mich immer wieder überraschend, da es in der Tiefphase so unvorstellbar ist, dass alles wieder besser wird.

Eine tiefe Lebenslust und ‑freude macht sich breit. Seit gestern schaffe ich auch wieder kleinere Hausarbeiten. Diese kleinen Erfolge und die Vorfreude auf wieder ein bisschen Normalität sind nun der Motor für die neue und wiederkehrende Lebenskraft.

Ich fühle mich in der Mitte. Endlich kann ich wieder Durchatmen.

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Vor drei Tagen…

Heiß ist mir – und kalt zugleich. Unrund fühle ich mich. Mein Körper ist wieder einmal Spielball meiner bipolaren Stoffwechselstörung. Die Zellen in meinem Körper schwingen nicht synchron. Die eine will hier hin die andere dort hin. Wieder eine andere ist still. Ein heilloses Durcheinander. „Vor drei Tagen…“ weiterlesen

Erwartungen

… so viele Menschen, die mich umgeben erwarten etwas von mir…

Mir bleibt durch diese Erwartungen plötzlich buchstäblich und auch geistig die Luft weg. Ich kann diese Erwartungen nicht mehr erfüllen. Es schnürt mir die Kehle zu, wenn ich nur dran denke, was alles erwartet wird.

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Bei uns ticken die Uhren anders…

Wenn mich Menschen fragen, wie es uns, mir und meinem Mann, geht, komme ich immer wieder zu dem Satz: „Bei uns ticken die Uhren anders.“ Einerseits ist das meistens ein Satz, den ich anfüge, um nicht mehr ins Detail gehen zu müssen, andererseits auch eine Art Vorstellungshilfe, wie mein Gegenüber die Dinge, die ich so von mir gebe, einordnen kann. Zu neunundneunzig Prozent ist mit diesem Satz, das Gespräch zu unserem Befinden beendet.

Gestern war wieder mal so ein Gespräch im Gange und um den Kontrast von unserem Leben zum Leben des Fragenden zu zeigen, sagte ich wieder einmal: „Bei uns ticken die Uhren anders.“

Zu meiner Überraschung kam die Gegenfrage: „Na dann erklär mal, wie die Uhren bei euch anders ticken.“ Mein Gegenüber lehnte sich zurück und nahm eine erwartungsvolle Haltung ein, während er mich genau beobachtete.

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