Schlagwort-Archive: Momente

Im Schneckenhaus

Nun bin ich endlich angelangt … im Inneren meines Schneckenhauses. Ich habe meine Fühler eingefahren und meine Augen versteckt. Ein bisschen Ballast musste ich abwerfen, um dahin zu gelangen. Zu sehr war ich noch abgelenkt von außen. Die Ursache dafür war, dass meine Aufmerksamkeit immer wieder nach draußen schweifte. Trotz des Rückzugs aber stülpe ich manchmal meine Augen nach außen um zu sehen, wo ich hingleite und ich bin mir der silbernen, im Mondlicht glitzernden Spur bewusst, die ich auf meinem Weg hinterlasse. Dieses Bild beschreibt puzzleblume so schön in ihrer Geschichte „Künstler der Langsamkeit“.

Still ist es geworden um mich herum … weil ich alles aussperre und abblocke, was nicht mehr zu mir passt oder was sich nicht mehr gut anfühlt. Und es bleibt ganz wenig übrig.

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Entscheidung fürs Zur-Ruhe-Gelangen

… Ich versuche im Moment ALLES zu stoppen – und damit meine ich wirklich ALLES… Ich stoppe mein Leben, meinen Lebensfluss, meine Gedanken, meine Aktivitäten, meine Begegnungen,…

Ich bin ausgebrannt…

Und nun steige ich aus…

…um mich zu besinnen, um zu einer Besinnlichkeit zu finden… um zu einer Stille zu finden…

Das ist gar nicht einfach, das Stehen-Bleiben meine ich. Im Moment des Stehen-Bleibens überwälzt mich mein Lebensfluss. Er zieht und zerrt an mir und will mich mit sich fortreißen. Doch eigentlich sind es meine eingefahrenen Gedanken und Überlegungen, die mich fortziehen, und sich nur schwer stoppen lassen. Ich merke, dass es Zeit braucht, um zur Ruhe zu kommen. Das Schwungrad dieses Lebensbewusstseins ist nur schwer zum Stillstand zu bringen.

…aber… ich lasse es passieren … ich kämpfe nicht für dieses Zur-Ruhe-Kommen…

Wohin will ich?

  • Ich will hin zu Achtsamkeit.
  • Ich will hin zu Bedachtsamkeit.
  • Ich will hin zum Abschied von Vergangenem.
  • Ich will hin zum Abschied von Verletzungen.
  • Ich will hin zu Reduktion.
  • Ich will hin zu Ballast-Abwerfen.
  • Ich will hin zum Minimieren.
  • Ich will hin zur Stille.
  • Ich will hin zum Loslassen.
  • Ich will hin zu einer wohltuenden Leere.

Und das braucht Zeit. Ich erlaube mir dieses Zur-Ruhe-Kommen, diesen bewussten Rückzug von allem und jedem. Ich lasse alles fließen, nehme nicht mehr Einfluss und reagiere nicht mehr, auf nichts und niemanden.

Nur meinen Liebsten schenke ich im Moment meine Aufmerksamkeit und Zuwendung … und dem Häkeln…

Vielen Dank, lieber Leser, für dein Wahrnehmen meiner Zeilen!
Alles Liebe und Gute von einer sehr müden Maria

© Bild und Text Maria Fasching

Über das Empfinden von Freude

Es ist vier Uhr früh und ich erwache gerade aus einem tiefen Schlaf. Mein Schlafzimmerfenster ist gekippt und da höre ich ein erstaunliches Konzert an Vogelstimmen. Wohlige Freude macht sich in mir breit. Ich genieße die verschiedensten Tonarten, in denen da vor meinem Fenster gezwitschert wird.

Ich stehe auf und öffne das Fenster ganz, damit ich noch mehr von diesen vielen Tönen hören kann. Ganz verzückt über das bunte schallende Durcheinander sehe ich vor meinem Balkon einen Baum, über und über mit rosaroten Blümchen übersät. Weiterlesen

Hallo du…

Hallo du … ja dich meine ich. Dich ganz in deinem Inneren drin. … Hörst du mich. Eben haben wir eine Zeit lang über alle möglichen Belanglosigkeiten des Lebens geredet. Und wir haben uns die letzten Wochen immer wieder getroffen.

Unsere Seelen sind einander begegnet, haben sich berührt. Vorsichtig haben wir uns einander genähert, einmal mehr mit Samtpfoten, dann wieder mit Elefantenfüssen. Beide haben wir uns umschlichen, dann wieder mit frontalem Angriff, um uns dann wieder zurückzunehmen und zu horchen und zu lauschen … was da ist … was neu ist und was schon bekannt ist.

Mit Spannung und unermüdlich haben wir uns umgarnt und uns gefreut über jede Neuentdeckung eines jeden inneren Teiles. Ein Versteckspiel, das anfangs angefacht hat zu neuen Ideen, das aber mit der Zeit sehr mühsam wurde.

Unermüdlich umkreisten wir uns, bis einer begann Schwäche zu zeigen und den Rückzug antrat.

Als Reaktion auf dein begonnenes Weichen werde ich traurig. … Gibst du niemals dein Inneres Preis, das was dich eigentlich ausmacht? Bist du ein Mensch, der lockt mit einem interessanten Spiel und einem spannenden Inneren und dann abblitzen lässt, wenn es zu nahe wird?

Ich hoffe nicht…

 

© Maria Fasching

Mein sanfter Ruheort

Grade eben war ich noch in einer Stadt und befinde mich nun an meinem sanften Ruheort. Ich übe jeden Tag und beame mich dorthin, seit ich mir diesen Rückzugsort geschaffen habe … mit meiner Therapeutin … in der psychiatrischen Klinik, in der ich die letzten vierunddreißig Tage verbracht habe.

Ich liege auf einer flauschigen Decke. Ganz ausgestreckt liege ich da und habe die Augen geschlossen. Vom Wald her höre ich ein Rauschen der Blätter in den Bäumen. Aus dem Unterholz dringt ein Knacken an mein Ohr. Da ruft ein kleiner Vogel ganz keck dazwischen. Piep-piep! Weit aus der Ferne höre ich ein Klappern mit Milchkannen. Sicher melkt eine Bäuerin gerade ihre Kühe. Und eine Kuhglocke drängt sich noch in die Töne, die ich vernehme.

Ich mache die Augen auf und blicke in das unendliche Blau des Himmels, das von Sonnenschein trieft. Weiterlesen

Seelenfragment – Bedingungslose Liebe

Als sie den Wald entlang wanderte überkam es sie aus dem heiteren nichts. Die laute Stille hatte sie zum Nachdenken gebracht. Laut … weil die Vögel zwitscherten und der Wind die Blätter zum hörbaren Rauschen brachte.

Da war sie einfach da, einfach so, die bedingungslose Liebe. Sie konnte sie fühlen, weil sie alleine war. Zuerst war es Sehnsucht nach ihrem Liebsten, die sich ihrer bemächtigte. Je weiter sie wanderte, desto mehr wurde diese. Nach dem Objekt ihrer Liebe zu dürsten entwickelte sich weiter zu einem inneren Orkan an vorstellbaren wechselseitigen Liebesbezeugungen die aus der Erinnerung auftauchten.

Im Laufe der Ehe hatte er sie immer mehr mit Worten liebkost. Sogar, wenn sie aufgebracht war, hat er sie Weiterlesen

Ein paar Worte über die Stille

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Jetzt… endlich… Stille… … ich höre das leise Summen meines Laptops. Hannes hat unseren Fernseher auf Kopfhörer umgeschaltet damit ich in Ruhe und Stille sein kann. Er ist sehr rücksichtsvoll. Wenn ich mich dafür bedanke, sagt er immer: „Ist doch selbstverständlich, Maus.“

Es dauert ein wenig, bis die Stille bei mir ankommt und in mich dringt. … Ich warte ein wenig. Ich merke, dass langsam auch mein Atmen ruhiger wird durch die Ruhe im Raum. Ich höre ein Pfeifen in meinen Ohren, das sich aber langsam wieder zurückzieht.

Die letzten Wochen klingen noch nach in meinem Inneren. Ich muss die Kapitel, die geöffnet wurden, erst wieder schließen um zur Ruhe zu gelangen.

Da ist das eine Kapitel das überaus mächtig war, Weiterlesen

Wunderbarer Sonntagmorgen

dsc_0751Grau ist es draußen und regnerisch. Die Sonne versteckt sich hinter einer Wolkendecke. Erste Lichtstrahlen verirren sich durch die zugezogenen Jalousien in unser Schlafzimmer. Ich genieße das wohlig warme Gefühl im geschützten Bett zu sein und blinzle in mein Nachbarbett, wo mein Schatz noch tief schlummert. Ich liebe diese Minuten, wo ich schon wach bin und er noch schläft.

Eine Gelegenheit ihn wach zu küssen. Ich küsse ihn leise und sacht auf seine Stirn. Ruhig atmend schläft er weiter. Ich beobachte ihn und ein warmes Gefühl der Liebe durchströmt mich. Ich küsse ihn nochmals auf seine Stirn. Kühl ist sie. Weiterlesen

Vor drei Tagen…

Heiß ist mir – und kalt zugleich. Unrund fühle ich mich. Mein Körper ist wieder einmal Spielball meiner bipolaren Stoffwechselstörung. Die Zellen in meinem Körper schwingen nicht synchron. Die eine will hier hin die andere dort hin. Wieder eine andere ist still. Ein heilloses Durcheinander. Weiterlesen

Auf der Suche nach Kraftspendern…

Auf der heutigen Suche nach Kraftspendern wurde ich erst nur ein bisschen und dann ein bisschen mehr fündig:

Rückzug in mein Inneres

Ich habe tief in mich hineingespürt – ich bin unrund … die Sache mit den beiden NEINs setzt mir mehr zu als ich möchte. Ich habe vor zwei Menschen meine Tür verschlossen. Wenn ich nun die Liebe ins Spiel bringe die ich in diesem Punkt mehr mir selbst gebe, mehr als ich sie anderen gebe, stellt sich ein Konflikt in meinem Inneren ein. Und da ist ja auch noch meine Grunddevise, dass die Liebe eigentlich nie versagt? Was mache ich jetzt damit? Weiterlesen