Der erste Morgen im fremden Land

Heiß und stickig ist es im Zimmer, trotz des Ventilators. Ich wache auf davon. Oder war es etwas anderes was mich aufweckte? Es ist fünf Uhr früh. Ich stehe auf und gehe zur offen stehenden Balkontüre. Nur das Fliegengitter trennt mich von der Außenwelt. Erste Umrisse der Häuser kann ich draußen erkennen. Ein etwas kühlerer Luftzug erreicht mich. Ich öffne das Gitter und trete hinaus auf den Balkon. Oh, ist das gut. Ein leichter frischer Wind umspielt mein erhitztes Gesicht. Eine Wohltat.

Erst jetzt bemerke ich bewusst das laute Geräusch. Es kommt aus den Bäumen aus Nachbars Garten. Es sind die Zikaden, die hier um die Wette zirpen. Ein ganzer Chor von diesen Tieren, die hier ihre Laute von sich geben.

Mutti ist auch schon wach. Ich sehe sie unten ihren Garten pflegen. Sorgfältig besprüht sie jede Ecke des Gartens mit einem feinen Wasserstrahl. Es ist ein wunderschöner Garten, mit viel Liebe gehegt und gepflegt. Unter dem Balkon ist ein Gemüsegarten. Zwischen all dem Grün leuchten rote Paprika zu mir herauf. Weiter unten sehe ich durch die Bananen- und Pfirsichbäume hindurch die Weintraubenlaube. Zur Begrüßung haben wir gestern schon diese süßen Früchte genießen dürfen.

Da bemerkt Mutti mich. Ganz leise sagt sie: „Guten Morgen.“ Möglichst leise erwidere ich auch ein guten Morgen. Wir lächeln uns an und winken uns zu. So leise sind wir deshalb, weil unsere Männer noch schlafen. Wir wollen sie nicht wecken.

Da kommt Dschango, der Hund in Nachbars Garten, um die Ecke des Nachbarhauses. Ein nicht allzu lautes Wuff begrüßt mich so, als ob er wüsste, dass die meisten noch schlafen. Es ist ein schöner, schon etwas älterer Schäferhund. Leise flüstere ich auch ihm ein guten Morgen zu. Er beobachtet mich und dann wedelt er vor Freude mit dem Schweif.

Irgendwo kräht ein Hahn mit heiserer Stimme…

Ich wünsche dir, lieber Leser, einen ebenso wunderschönen guten Morgen mit viel Stille und Achtsamkeit.
Alles Liebe
Maria Fasching

© Bild und Text Maria Fasching

 

Der grüne Schrecken…

Um die Tageshitze aus dem Zimmer zu scheuchen hat sie das Zimmerfenster weit geöffnet. Still sitzt sie in ihrem Bett, blickt gebannt auf den Fernseher und verfolgt eine spannende Szene des laufenden Films. Sie hat ihr grelles Handarbeitslicht aufgedreht auf höchste Lichtstärke. Die Häkelarbeit ruht in ihren Händen.

Plötzlich ein blitzartiges Schwirren und ein grünes großes etwas fliegt an ihrem rechten Ohr vorbei. Erschrocken zuckt sie zusammen und blickt in Flugrichtung des Objektes. „Der grüne Schrecken…“ weiterlesen

Bange Stunden…

Sie sitzt im Bett, die Beine verschränkt. Es ist halbdunkel im Schlafzimmer. Den Laptop hat sie vor sich aufgeschlagen auf einem kleinen Computer-Betttischchen. Licht gibt es nur von den drei Bildschirmen im Zimmer, von ihrem Laptop, von seinem iPad und vom Fernseher. Zwei Gesichter mit Brillen werfen das diffuse Licht der Bildschirme zurück.

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Neues Leben als Schnecke

So was… das Schneckendasein gefällt mir immer mehr. Wieder in das sogenannte „alte Leben“ zurückzukehren, wird immer weniger zur Option. Und da merke ich, dass diese Tür mittlerweile schon fast zu ist…..

Silberspuren im Mondschein ziehen macht viel Spass…

Im Schneckenhaus drinnen tut sich sehr viel … da wird abgewägt und analysiert und hin und her überlegt und mit sich selbst diskutiert und vieles noch mehr… aber Ergebnisse gibt es erst noch ganz wenige:

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Noch immer im Schneckenhaus…

…uuuaaaahhhh… ist das gemütlich in meinem Schneckenhäuschen. Mein Mütterlein hat mir ein wunderbares Schneckenfoto geschickt. Ich habe es hier eingefügt. Es ist wunderschön.

Es zeigt im Moment, ich meine gerade jetzt, mein Stimmungsebenbild finde ich …

Nur bei mir hier ist es Nacht draußen und ich wage meine ersten Schritte nach außen. Im Schutz der Dunkelheit strecke ich meine Fühler aus und ich genieße die kühle Nachtluft nach dem heißen Tag. Lautlos ziehe ich meine silberne Schneckenspur im Mondlicht. Tagsüber habe ich mich verkrochen in meinem Häuschen … und ich habe ein sehr gutes Häuschen … es ist kühl drinnen, da ich alle Türen versperrt habe … tagsüber…

In den letzten Wochen bin ich mir über einiges klar geworden.

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Im Schneckenhaus

Nun bin ich endlich angelangt … im Inneren meines Schneckenhauses. Ich habe meine Fühler eingefahren und meine Augen versteckt. Ein bisschen Ballast musste ich abwerfen, um dahin zu gelangen. Zu sehr war ich noch abgelenkt von außen. Die Ursache dafür war, dass meine Aufmerksamkeit immer wieder nach draußen schweifte. Trotz des Rückzugs aber stülpe ich manchmal meine Augen nach außen um zu sehen, wo ich hingleite und ich bin mir der silbernen, im Mondlicht glitzernden Spur bewusst, die ich auf meinem Weg hinterlasse. Dieses Bild beschreibt puzzleblume so schön in ihrer Geschichte „Künstler der Langsamkeit“.

Still ist es geworden um mich herum … weil ich alles aussperre und abblocke, was nicht mehr zu mir passt oder was sich nicht mehr gut anfühlt. Und es bleibt ganz wenig übrig.

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Schneckengefühle

Wenn ich als Überschrift schreibe „Schneckengefühle“ denke ich an die Schnecken, die ihre Häuser mit sich herumtragen. Je mehr ich über diese Tiere nachdenke, desto mehr gefallen sie mir und desto mehr Parallelen finde ich zu meinem derzeitigen Leben.

Zum einen ist es die Langsamkeit, mit der sich diese Geschöpfe fortbewegen, die mich berührt. Je langsamer ich werde, desto mehr merke ich, wie schnell ich durchs Leben gelaufen bin. Und … es geht immer noch langsamer… Ich freue mich auf den Zeitpunkt, an dem ich so langsam bin, dass endlich Stille einkehrt. Ob ich wohl einmal dahin kommen werde? Ich weiß es nicht. „Schneckengefühle“ weiterlesen